Lübeck-Travemünde (ots) - Gestern Nachmittag um 15.50 Uhr kam es am Skandinavienkai zu einer Gefahrgutleckage. Personen wurden dabei nicht verletzt. Der Gefahrguttrupp der Berufsfeuerwehr Lübeck erschien vor Ort und musste Vollschutz anlegen. Die Schiffsbesatzung einer schwedischen Fähre wurde auf das tröpfchenweise Austreten einer Flüssigkeit seitlich an einem Tankcontainer aufmerksam. In dem Tank befanden sich 28 Tonnen Maleinsäureanhydrid. Die Säure ist ätzend und bei Kontakt stark gesundheitsschädlich.
Internationale Zusammenarbeit im Meeresumweltschutz. Nordseeanrainer gehen gemeinsam gegen 'blinde Passagiere' im Ballastwasser vor
Die Verbreitung gebietsfremder Organismen durch das Ballastwasser von Schiffen ist eines der größten Bedrohungen für die Meeresumwelt. Die Nordseeanrainer wollen dieses Problem jetzt gemeinsam angehen, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montag mit. Dort treffen zum ersten Mal rund 50 Vertreter aus Verwaltung, Forschungsinstituten und Industrien der Nordseeanrainerstaaten zusammen, um das neue Gemeinschaftsprojekt auf den Weg zu bringen.
Am Vormittag des heutigen Tages (24.11.) stellte die Besatzung des Mehrzweckschiffes "NEUWERK" auf der Außenelbe-Reede fest, dass von einem dort vor Anker liegenden Kohlenfrachter unter der Flagge von Panama eine dunkle Flüssigkeit in die Nordsee eingeleitet wurde.
Klimawandel: Todeszonen im Ozean werden größer - Neue Modellstudie prognostiziert drastischen Sauerstoffschwund
Eine neue Studie unter der Federführung von Kieler Forschern des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zu den Auswirkungen zukünftiger Klimaveränderungen auf die Ozeane kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Neben der zunehmenden Versauerung der Ozeane werden sich zukünftig auch die sauerstoffarmen Zonen deutlich ausbreiten, in denen kein höheres Leben mehr möglich sein wird. Die Studie erscheint am 10. November in der internationalen Fachzeitschrift „Global Biogeochemical Cycles“.
Das „Kiel Earth Institute“ nimmt seine Arbeit auf – Ein virtuelles Institut für reale Herausforderungen der Zukunft
Kaum jemand zweifelt noch daran, dass der Mensch das Klima unseres Planeten nachhaltig verändert. Gibt es geeignete Maßnahmen, mit denen die Intensität dieser Veränderungen und deren Auswirkungen beeinflusst werden können? Im virtuellen „Kiel Earth Institute“ (KEI) suchen Natur- und Wirtschaftswissenschaftler gemeinsam nach Antworten und passenden Handlungsstrategien. Das KEI ist eine gemeinsame Einrichtung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Mit einem hochkarätig besetzten Kolloquium unter dem Thema „Von der Emissionskontrolle zum CO2-Management“ wird am 28. Oktober der Startschuss für die Aktivitäten des „Kiel Earth Institute“ gegeben.
WWF kritisiert Plan für Meeres-Raumordnung: Naturschutz nur als Feigenblatt
Der WWF übt deutliche Kritik an dem vom Bundesamt für Seeschifffahrt (BSH) vorgelegten Plan zur Raumordnung in Nord- und Ostsee. Anlässlich der ersten Anhörung zu dem Entwurf am heutigen Dienstag in Rostock erklärt WWF-Experte Uwe Johannsen: "Statt zwischen Umwelt- und Wirtschaftsinteressen zu vermitteln, räumt die Behörde der Schifffahrt und anderen Nutzungen absoluten Vorrang ein. Die ökologische Krise der deutschen Meere kann so nicht gelöst werden." Mit dem Raumordnungsplan will Deutschland als eines der ersten Länder in Europa einen Rahmen für die Meeresnutzung jenseits der 12- Seemeilen-Zone - der so genannten "Ausschließlichen Wirtschaftszone" - schaffen. An dem Konzept hat das BSH drei Jahre lang in enger Abstimmung mit der Bundesregierung gearbeitet. Das Papier sollte ursprünglich wirtschaftliche Eingriffe und Umweltschutz besser koordinieren und Konflikte mindern. Denn spätestens mit dem Bau der geplanten Offshore-Windparks und dem zunehmenden Schiffsverkehr wird es eng auf dem Meer.
WWF-Messungen belegen ökologische Krise vor der Überfahrt der "Celebrity Solstice"
Der WWF hat während des Probestaus der Ems zwischen dem Speerwerk Gandersum und Papenburg extrem niedrige Sauerstoffwerte gemessen. Zudem sei der Boden des Flusses zeitweise mit einer bis zu zwei Meter dicken Schlickschicht bedeckt. "Der Fluss ist auf einer Strecke von über 30 Kilometer praktisch tot", erklärte WWF-Expertin Beatrice Claus. Die katastrophalen Messergebnisse seien vor allem auf die Baggerungen im Fluss zurückzuführen. Damit hatten die Behörden in den letzten Wochen die Ems vertieft, um am Wochenende die Überführung des XXL-Kreuzfahrtschiffes "Celebrity Solstice" von der Papenburger Meyer Werft an die Nordsee zu ermöglichen. Die Überführung des Schiffes hatte am Sonntagmittag begonnen.
Schlusspfiff für Schiffsgift - UN verbietet TBT in Schiffsanstrichen - WWF kritisiert zögerliche Umsetzung.
Schiffsanstriche mit dem hochgiftigen Biozid Tributylzinn (TBT) werden weltweit verboten. Am Mittwoch (17.9.) tritt die 2001 verabschiedete AFS-Konvention (International Convention on the Control of Harmful Anti-Fouling Systems on Ships) in Kraft. TBT verseucht seit Jahrzehnten die Meere und verursacht schwere Missbildungen und Fortpflanzungstörungen bei Schnecken und Muscheln. Das langlebige Gift gelangt in die Nahrungskette, es kann auch in Fischen, Seevögeln und Walen nachgewiesen werden. Damit müssen die bislang 34 dem Abkommen beigetretenen Länder dafür sorgen, dass keine Schiffe mit giftigen Anstrichen unter ihrer Flagge fahren oder ihre Häfen anlaufen.
Ministerpräsident Carstensen fordert Bundesministerien zum Stopp der Greenpeace-Aktion vor Sylt auf - Bundespolizei muss handeln können
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hat die zuständigen Bundesministerien für Umwelt und für Verkehr dazu aufgefordert, endlich ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren gegen Greenpeace einzuleiten. Dies sei die Voraussetzung dafür, damit die Bundespolizei die Greenpeace-Aktionen vor Sylt rasch beenden kann. Es sei unerträglich, dass der Bundespolizei bislang die rechtliche Handhabe für ein Einschreiten fehle.
Greenpeace-Schiffe setzen Arbeit gegen zerstörerische Fischerei in Deutscher Bucht fort
Aktivisten versenken weitere Natursteine im Schutzgebiet "Sylter Außenriff"
Eine Woche nach dem Start der bisher aufwendigsten Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Meere, haben Aktivisten mit einer weiteren Ladung Natursteinen das Schutzgebiet erreicht. Die Aktivisten an Bord der Argus und einem Arbeitsschiff versenken die tonnenschweren Steine westlich vor Sylt auf den Meeresboden. Dadurch wird ein weiteres Gebiet im Bereich des Sylter Außenriffs vor der Zerstörung durch Grundschleppnetze sowie durch Sand- und Kiesabbau bewahrt.
"Grundschleppnetzfischerei pflügt den Meeresboden regelrecht um. Und das in einem Gebiet, das seit vier Jahren als Schutzgebiet gemeldet ist", sagt Iris Menn, Greenpeace-Meeresexpertin. "Die Natursteine schützen das Gebiet wirkungsvoll und setzen so das Naturschutzrecht durch. Anstatt den Aktivisten jetzt unrechtmäßiges Handeln vorzuwerfen, sollte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel lieber die gesamte Fischerei im Sylter Außenriff sowie den Sand- und Kiesabbau verbieten. Nur so kann Gabriel noch glaubwürdig bleiben."
Greenpeace-Schiffe bauen steinernen Schutz gegen zerstörerische Fischerei in Deutscher Bucht
Aktion vor Sylt wird mehrere Wochen dauern
Mit tonnenschweren Natursteinen schützen Greenpeace-Aktivisten ab heute ein Gebiet in der Deutschen Bucht, das "Sylter Außenriff", vor der Zerstörung durch die Fischerei. Die Aktivisten an Bord der "Beluga 2", der "Argus" und einem Arbeitsschiff werden die Steine über mehrere Wochen westlich vor Sylt auf den Meeresboden versenken. Der Grund für die Aktion: Das Areal wird durch Schleppnetze sowie schwere Saugbagger für den Abbau von Sand und Kies bedroht, obwohl die Bundesregierung es als Naturschutzgebiet ausgewiesen hat. Insgesamt sollen rund 1000 Steine gesetzt werden.
WWF: Belastung für die ohnehin stark geschädigte Unterelbe
Auf der Elbe oberhalb von Hamburg sind in der vergangenen Nacht ein Frachter und ein Tankschiff kollidiert. Aus den vier dabei aufgerissenen Tanks des Tankschiffs "Undine" liefen nach Angaben der Behörden 200.000 bis 400.000 Liter Diesel in den Fluss. Laut Behördenangaben treibt derzeit ein fünf bis sechs Kilometer langer Ölteppich zwischen Geesthacht und Hamburg und bedeckt auf diesem Abschnitt die gesamte Elbe.
Luxemburg/Hamburg, 25.10.2006: Die Entscheidung der EU-Fischereiminister über die Fangquoten für 2007 ist eine Katastrophe für den Dorsch in der Ostsee. Anstatt der Empfehlung der Wissenschaftler vom Internationalen Rat zur Erforschung der Meere (ICES) zu folgen, die einen Fangstopp für Dorsch in der östlichen Ostsee forderten, haben die Minister für 2007 lediglich eine Reduzierung der bisherigen Fangquote von 45.339 Tonnen um 10 Prozent beschlossen. Auch in der westlichern Ostsee wurde die bisherige Quote von 28.400 Tonnen nur um 6 Prozent gesenkt.
Am Morgen des 09.Oktober wurde durch den Polizeihubschrauber des Bundespolizeiamtes See eine großflächige Gewässerverunreinigung entdeckt. Verursacher ist vermutlich ein deutscher Fischkutter mit einer dänischer Besatzung, der in unmittelbarer Nähe beim Abpumpen einer Flüssigkeit angetroffenen wurde.
Die Besatzung des Polizeihubschraubers der Bundespolizei war gerade auf ihren Seeüberwachungsflug im Bereich der deutsch / dänischen Ausschließlichen Wirtschaftszone, als ein großer ölschimmernder Film auf der Gewässeroberfläche festgestellt wurde. In der Nähe wurde ein deutscher Fischkutter angetroffen, der gerade eine Flüssigkeit nach Außenbords pumpte und in Verbindung mit der vorher festgestellten Gewässerverunreinigung stehen könnte.
WWF zieht positive Bilanz der Info-Segeltour am Greifswalder Bodden
Der WWF zeigt sich heute zum Abschluss seiner elftägigen Info-Segeltour zum Naturschutz im Greifswalder Bodden sehr zufrieden mit der Resonanz bei den Wassersportlern. „Hunderte Gespräche mit Seglern haben uns gezeigt, dass die Menschen bereit sind, Rücksicht auf die Belange des Naturschutzes zu nehmen", freut sich WWF-Projektleitern Cathrin Münster in Neuhof, der letzten Tourstation. Das WWF-Team, dass mit einem historischen Zeesboot und zwei Segelyachten unter Panda-Flagge an der Ostseeküste unterwegs war, informierte in elf Häfen über die „Freiwillige Vereinbarung Naturschutz, Wassersport und Angeln im Greifswalder Bodden und in Strelasund".
EU-Piraten plündern Tunfisch - WWF-Studie dokumentiert illegale Fischerei in Europa
Illegale Fischerei bedroht laut einer neuen WWF-Studie die Tunfisch-Bestände im Mittelmeer und im Ostatlantik. Die Umweltschützer dokumentieren erstmals, dass die Flotten der Europäischen Union, insbesondere Frankreichs, weit größere Mengen fangen, als die offiziellen Quoten erlauben. Auch Libyen und die Türkei ignorieren die Höchstgrenzen. Der begehrte Rote Tunfisch (Thunnus thynnus) wird vor allem für die Trendspeise Sushi verarbeitet. Die Preise liegen bei über 150 Euro pro Kilo. Tunfisch ist damit ähnlich lukrativ wie Kaviar.