Unerlaubte Ölschlammentsorgung auf chinesischem Frachter
Am 27.04.2009 wurde im Elbehafen von Brunsbüttel ein chinesischer Massengutfrachter von Beamten der Wasserschutzpolizei hinsichtlich der internationalen Umweltbestimmungen kontrolliert. Dabei wurde zunächst festgestellt, dass die Verantwortlichen an Bord über eine Menge von ca. 3,5 t Ölschlamm keinen Nachweis erbringen konnten. Weitere Ermittlungen ergaben, dass von dem 185 m langen Schiff über eine Reinwasserleitung illegal Ölschlamm entsorgt worden ist.
Gewässerverunreinigung im NOK bei der Bunkerstation Bominflot
Am 29.11.2008 kam es gegen 05:30 Uhr zu einer Gewässerverunreinigung an der Bunkerstation Bominflot im Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel durch das unter der Flagge von Malta fahrende MS " Wilson Heron". Das Schiff sollte mit ca. 120 cbm Schweröl bebunkert werden. Vorgesehen war, diese Menge in zwei unterschiedliche Treibstofftanks zu füllen. Tatsächlich wurde jedoch nur ein Tank mit Kraftstoff befüllt. Dessen Fassungsvermögen und die eines daran angeschlossenen Überlauftanks reichten für diese Menge nicht aus.
Am Vormittag des heutigen Tages (24.11.) stellte die Besatzung des Mehrzweckschiffes "NEUWERK" auf der Außenelbe-Reede fest, dass von einem dort vor Anker liegenden Kohlenfrachter unter der Flagge von Panama eine dunkle Flüssigkeit in die Nordsee eingeleitet wurde.
Klimawandel: Todeszonen im Ozean werden größer - Neue Modellstudie prognostiziert drastischen Sauerstoffschwund
Eine neue Studie unter der Federführung von Kieler Forschern des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zu den Auswirkungen zukünftiger Klimaveränderungen auf die Ozeane kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Neben der zunehmenden Versauerung der Ozeane werden sich zukünftig auch die sauerstoffarmen Zonen deutlich ausbreiten, in denen kein höheres Leben mehr möglich sein wird. Die Studie erscheint am 10. November in der internationalen Fachzeitschrift „Global Biogeochemical Cycles“.
Das „Kiel Earth Institute“ nimmt seine Arbeit auf – Ein virtuelles Institut für reale Herausforderungen der Zukunft
Kaum jemand zweifelt noch daran, dass der Mensch das Klima unseres Planeten nachhaltig verändert. Gibt es geeignete Maßnahmen, mit denen die Intensität dieser Veränderungen und deren Auswirkungen beeinflusst werden können? Im virtuellen „Kiel Earth Institute“ (KEI) suchen Natur- und Wirtschaftswissenschaftler gemeinsam nach Antworten und passenden Handlungsstrategien. Das KEI ist eine gemeinsame Einrichtung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Mit einem hochkarätig besetzten Kolloquium unter dem Thema „Von der Emissionskontrolle zum CO2-Management“ wird am 28. Oktober der Startschuss für die Aktivitäten des „Kiel Earth Institute“ gegeben.
WWF kritisiert Plan für Meeres-Raumordnung: Naturschutz nur als Feigenblatt
Der WWF übt deutliche Kritik an dem vom Bundesamt für Seeschifffahrt (BSH) vorgelegten Plan zur Raumordnung in Nord- und Ostsee. Anlässlich der ersten Anhörung zu dem Entwurf am heutigen Dienstag in Rostock erklärt WWF-Experte Uwe Johannsen: "Statt zwischen Umwelt- und Wirtschaftsinteressen zu vermitteln, räumt die Behörde der Schifffahrt und anderen Nutzungen absoluten Vorrang ein. Die ökologische Krise der deutschen Meere kann so nicht gelöst werden." Mit dem Raumordnungsplan will Deutschland als eines der ersten Länder in Europa einen Rahmen für die Meeresnutzung jenseits der 12- Seemeilen-Zone - der so genannten "Ausschließlichen Wirtschaftszone" - schaffen. An dem Konzept hat das BSH drei Jahre lang in enger Abstimmung mit der Bundesregierung gearbeitet. Das Papier sollte ursprünglich wirtschaftliche Eingriffe und Umweltschutz besser koordinieren und Konflikte mindern. Denn spätestens mit dem Bau der geplanten Offshore-Windparks und dem zunehmenden Schiffsverkehr wird es eng auf dem Meer.
WWF-Messungen belegen ökologische Krise vor der Überfahrt der "Celebrity Solstice"
Der WWF hat während des Probestaus der Ems zwischen dem Speerwerk Gandersum und Papenburg extrem niedrige Sauerstoffwerte gemessen. Zudem sei der Boden des Flusses zeitweise mit einer bis zu zwei Meter dicken Schlickschicht bedeckt. "Der Fluss ist auf einer Strecke von über 30 Kilometer praktisch tot", erklärte WWF-Expertin Beatrice Claus. Die katastrophalen Messergebnisse seien vor allem auf die Baggerungen im Fluss zurückzuführen. Damit hatten die Behörden in den letzten Wochen die Ems vertieft, um am Wochenende die Überführung des XXL-Kreuzfahrtschiffes "Celebrity Solstice" von der Papenburger Meyer Werft an die Nordsee zu ermöglichen. Die Überführung des Schiffes hatte am Sonntagmittag begonnen.
Schlusspfiff für Schiffsgift - UN verbietet TBT in Schiffsanstrichen - WWF kritisiert zögerliche Umsetzung.
Schiffsanstriche mit dem hochgiftigen Biozid Tributylzinn (TBT) werden weltweit verboten. Am Mittwoch (17.9.) tritt die 2001 verabschiedete AFS-Konvention (International Convention on the Control of Harmful Anti-Fouling Systems on Ships) in Kraft. TBT verseucht seit Jahrzehnten die Meere und verursacht schwere Missbildungen und Fortpflanzungstörungen bei Schnecken und Muscheln. Das langlebige Gift gelangt in die Nahrungskette, es kann auch in Fischen, Seevögeln und Walen nachgewiesen werden. Damit müssen die bislang 34 dem Abkommen beigetretenen Länder dafür sorgen, dass keine Schiffe mit giftigen Anstrichen unter ihrer Flagge fahren oder ihre Häfen anlaufen.
Ministerpräsident Carstensen fordert Bundesministerien zum Stopp der Greenpeace-Aktion vor Sylt auf - Bundespolizei muss handeln können
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hat die zuständigen Bundesministerien für Umwelt und für Verkehr dazu aufgefordert, endlich ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren gegen Greenpeace einzuleiten. Dies sei die Voraussetzung dafür, damit die Bundespolizei die Greenpeace-Aktionen vor Sylt rasch beenden kann. Es sei unerträglich, dass der Bundespolizei bislang die rechtliche Handhabe für ein Einschreiten fehle.
Greenpeace-Schiffe setzen Arbeit gegen zerstörerische Fischerei in Deutscher Bucht fort
Aktivisten versenken weitere Natursteine im Schutzgebiet "Sylter Außenriff"
Eine Woche nach dem Start der bisher aufwendigsten Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Meere, haben Aktivisten mit einer weiteren Ladung Natursteinen das Schutzgebiet erreicht. Die Aktivisten an Bord der Argus und einem Arbeitsschiff versenken die tonnenschweren Steine westlich vor Sylt auf den Meeresboden. Dadurch wird ein weiteres Gebiet im Bereich des Sylter Außenriffs vor der Zerstörung durch Grundschleppnetze sowie durch Sand- und Kiesabbau bewahrt.
"Grundschleppnetzfischerei pflügt den Meeresboden regelrecht um. Und das in einem Gebiet, das seit vier Jahren als Schutzgebiet gemeldet ist", sagt Iris Menn, Greenpeace-Meeresexpertin. "Die Natursteine schützen das Gebiet wirkungsvoll und setzen so das Naturschutzrecht durch. Anstatt den Aktivisten jetzt unrechtmäßiges Handeln vorzuwerfen, sollte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel lieber die gesamte Fischerei im Sylter Außenriff sowie den Sand- und Kiesabbau verbieten. Nur so kann Gabriel noch glaubwürdig bleiben."
Greenpeace-Schiffe bauen steinernen Schutz gegen zerstörerische Fischerei in Deutscher Bucht
Aktion vor Sylt wird mehrere Wochen dauern
Mit tonnenschweren Natursteinen schützen Greenpeace-Aktivisten ab heute ein Gebiet in der Deutschen Bucht, das "Sylter Außenriff", vor der Zerstörung durch die Fischerei. Die Aktivisten an Bord der "Beluga 2", der "Argus" und einem Arbeitsschiff werden die Steine über mehrere Wochen westlich vor Sylt auf den Meeresboden versenken. Der Grund für die Aktion: Das Areal wird durch Schleppnetze sowie schwere Saugbagger für den Abbau von Sand und Kies bedroht, obwohl die Bundesregierung es als Naturschutzgebiet ausgewiesen hat. Insgesamt sollen rund 1000 Steine gesetzt werden.
Neue Untersuchung: Weiterhin keine ökologischen Gefahren für die Ostsee durch Munitionssprengungen
Von Munitionssprengungen in der Ostsee gehen keine Gefahren durch Schadstoffe aus. Das teilt das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mit Blick auf die neueste Begleituntersuchung zu einer Testsprengung mit, die wieder den Befund erbrachte: Keine signifikanten Belastungen der Meeresumwelt mit munitionsrelevanten Schadstoffen. Bereits in der Vergangenheit hatte das Ministerium wiederholt Sediment- und Wasserproben im Umfeld von Kampfmittelaltlasten analysieren lassen. Auch damals konnten keine signifikanten Belastungen der Meeresumwelt durch Munitionskörper festgestellt werden. Aufgrund von Hinweisen im Rahmen einer Tagung im Oktober 2007 auf alternative Messmethoden, die möglicherweise zusätzliche Erkenntnisse über die Auswirkungen von gelegentlich notwendigen Munitionssprengungen auf die Meeresumwelt liefern könnten, hatte Umweltminister Dr. Christian von Boetticher weitere Untersuchungen im Munitionsversenkungsgebiet Kolberger Heide angeordnet.
Küstenschutzminister Dr. Christian von Boetticher: "Küstenschutzmaßnahmen befinden sich im Zeitplan
Die für dieses Jahr vorgesehenen Küstenschutzmaßnahmen laufen nach Plan. "Alle Vorhaben befinden sich in der Umsetzung und sind teilweise bereits fertig gestellt", teilte der für den Küstenschutz zuständige Minister Dr. Christian von Boetticher heute (1. August) mit. Bei allen Maßnahmen an Nord- und Ostsee sei der Baufortschritt aufgrund der hervorragenden Wetterbedingungen im Frühjahr sehr zufrieden stellend, sagte er.
Insgesamt werden in diesem Jahr rund 50 Millionen Euro für den Küstenschutz aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) sowie aus EU-Mitteln und reinen Landesmitteln aufgewendet. Darin enthalten sind auch 4,5 Millionen Euro Sondermittel für zusätzliche Maßnahmen auf der Insel Sylt, die auf Grund der erneut schweren Winterstürme erforderlich wurden.
WWF: Belastung für die ohnehin stark geschädigte Unterelbe
Auf der Elbe oberhalb von Hamburg sind in der vergangenen Nacht ein Frachter und ein Tankschiff kollidiert. Aus den vier dabei aufgerissenen Tanks des Tankschiffs "Undine" liefen nach Angaben der Behörden 200.000 bis 400.000 Liter Diesel in den Fluss. Laut Behördenangaben treibt derzeit ein fünf bis sechs Kilometer langer Ölteppich zwischen Geesthacht und Hamburg und bedeckt auf diesem Abschnitt die gesamte Elbe.
Beamte des Wasserschutzpolizeikommissariates 1 haben am Dienstag auf dem unter der Flagge von Antigua fahrenden Massengutfrachter "BAFFIN" eine Schiffskontrolle durchgeführt. Dabei stellten die Beamten fest, dass das Mülltagebuch nicht nach den Vorschriften des MARPOL-Übereinkommens (MARPOL 73/78 Anlage V-Regeln zur Verhütung der Verschmutzung durch Schiffsmüll) geführt worden ist. In dem Tagebuch waren angebliche Verbrennungsvorgänge vermerkt, die tatsächlich nicht stattgefunden haben.
Fischerei in der Ostsee: Neue EU-Fischfangquoten lösen die Probleme nicht
Ministerium warnt vor undifferenzierter Verunsicherung der Verbraucher
KIEL. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ist mit dem EU-Beschluss zu den Fischfangquoten 2007 für die Ostsee unzufrieden. Am 24. Oktober hatten sich die EU-Fischereiminister auf die im Jahr 2007 geltenden Fangquoten und sonstige Bestimmungen geeinigt. Wichtigste Regelung: Die Dorschquote in der westlichen Ostsee wird um sechs Prozent und in der östlichen Ostsee um zehn Prozent abgesenkt. Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher sagte hierzu: "Die Beschlüsse treffen die deutschen Ostseefischer hart, da sie wirtschaftlich vom Dorsch abhängig sind. Insgesamt stehen deutschen Fischern nur noch 9.425 Tonnen Dorschquote zur Verfügung." Erfreut zeigte sich der Minister nur darüber, dass die Beschlüsse erstmalig schon im Oktober vorliegen und nicht erst Ende Dezember. So haben die Betriebe mehr Zeit, um ihre Fangaktivitäten zu planen.